Ein Rückblick auf die Sanierung der kleinen Schauhäuser
Sicher, nachhaltig und optimiert. Nach rund zweijähriger Sanierung sind die vier historischen Schauhäuser des botanischen Gartens Bern wieder geöffnet und erstrahlen in neuem Glanz. Werfen wir einen Blick hinter den Bauzaun und was dort geschah.
Ein Kommentar von Dr. Katja Rembold, Kuratorin Botanischer Garten der Universität Bern.
Im Botanischen Garten der Universität Bern (BOGA) gibt es auf gerade mal 2,5 ha über 6300 Pflanzenarten der ganzen Welt zu sehen. Diese Vielfalt auf verhältnismässig kleinem Raum verdankt er unter anderem den sieben Schaugewächshäusern, in denen Pflanzenarten aus verschiedenen Klimazonen kultiviert werden, die im Berner Klima sonst nicht gedeihen würden. Die Sanierung der vier historischen Schauhäuser im nördlichen Teil des Gartens war eine wichtige Voraussetzung, um die über 165-jährigen Schmuckstücke auch weiterhin öffentlich zugänglich belassen zu können. Unten ein Bild von 1861, auf dem die vier kleinen Schauhäuser vor dem Institutsgebäude zu sehen sind.
Sicherheit, Leichtigkeit und Lichtdurchlässigkeit
Hintergrund für die Sanierung war eine Sicherheitslücke: die Gläser der Häuser mussten durch Sicherheitsglas ersetzt werden, das leicht genug ist, um von der denkmalgeschützten Metallkonstruktion getragen werden zu können. Gleichzeitig sollten die neuen Gläser besser isolieren und viel UV-Licht durchlassen, das von den Pflanzen benötigt wird. Da es keine Ausweichflächen mit den passenden Klimabedingungen gab und einige Pflanzen zu gross waren, um versetzt zu werden, mussten die Sanierungsarbeiten bei fast vollständiger Bepflanzung stattfinden – eine grosse Herausforderungen für alle Beteiligten!
Genutzte Gelegenheiten
Neben Herausforderungen gab es auch zahlreiche Chancen, die ergriffen wurden. So wurden im Rahmen der Sanierungen zahlreiche Instandsetzungen vorgenommen, z. B. an Metallkonstruktionen, Sandsteinfundamenten und Elektroleitungen, Belüftung und Beleuchtung wurden verbessert und vieles mehr. Im Orchideenhaus bot sich zudem die einmalige Chance, grössere Epiphytenstämme einzubauen. Epiphyten sind Aufsitzerpflanzen, die z. B. auf Ästen von Bäumen wachsen, um näher am Sonnenlicht zu sein. Bisher konnten nur kleine Epiphytenäste verbaut werden, die durch die Tür des Orchideenhauses passten, dann jedoch recht schnell verrottet sind. Durch einen gut ausgearbeiteten Zeitplan bestand nun die Möglichkeit, zu dem Zeitpunkt, als sowohl Gläser als auch Metallgerüst abgebaut waren, erstmals ganze Epiphytenstämme einzubauen, die nun nach und nach mit epiphytischen Pflanzen bewachsen.
Erfolg auf ganzer Linie
Dank grossartiger Koordination, unkomplizierter Absprachen und gegenseitiger Rücksichtnahme konnten die vier Häuser vom Sommer 2024 bis Frühjahr 2026 in zwei Etappen erfolgreich saniert werden. Nun erstrahlen Orchideenhaus, Mittelmeerhaus, Gondwanahaus und Steppenhaus in neuem Glanz. Was genau in den Häusern zu sehen ist, wird hier nicht verraten, am besten vorbeikommen und mit eigenen Augen entdecken (die Häuser sind täglich von 8–17h geöffnet).